Maria Königin

 

Maria Königin Neumarkt Südtirol Wallfahrt
Maria Königin - Neumarkt Kapuziner (um1600)

 

1854 hat Papst Pius IX. das Fest Maria Königin eingeführt und auf den letzten Tag des Marienmonats Mai (31. Mai) festgesetzt.

1954 widmete Papst Pius XII. dem wahren Königtum Mariens eine eigene Enzyklika und ergänzte somit die von Papst Pius XI. stark geförderte Christusverehrung um einen marianischen Aspekt.

1969 hat Papst Paul VI. den Gedenktag Maria Königin auf den 22. August als Oktavtag des Hochfestes Mariä Aufnahme in den Himmel festgelegt.

Als Königin der Engel und Heiligen des Himmels wurde Maria bereits im Mittelalter gesehen und verehrt. Seither wurde die Aufnahme Mariens in den Himmel sowie seit dem Barock separat die Krönung Mariens durch die Heiligste Dreifaltigkeit auf vielen Bildern dargestellt. Zahlreiche Gebete, Hymnen und Lieder wenden sich an die himmlische Königin, die Fürsprecherin der Menschen bei ihrem königlichen Sohn. 


Allmächtiger Gott,
du hast die Mutter deines Sohnes
     auch uns zur Mutter gegeben.
Wir ehren sie als unsere Königin
     und vertrauen auf ihre Fürsprache.
Lass uns im himmlischen Reich
     an der Herrlichkeit deiner Kinder teilhaben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
     deinen Sohn, unseren Herrn. Amen.

 

Neviges - "Maria Königin des Friedens"

 

Neviges - Maria Königin des Friedens
Maria - Königin des Friedens (Dominikus Böhm 1968)
 

Nach den beiden Weltkriegen im 20. Jahrhundert hat die alte Anrufung Mariens als "Königin des Friedens" große Bedeutung erlangt. Das wohl bekannte und große Wallfahrtszentrum in Neviges (Diözese Köln, Raum für 7000 Gläubige) ist auch architektonisch zu einem Meilenstein geworden, vor allem durch die plastische Kraft und skulpturale Monumentalität des Bauwerks. Das asymmetrisch gefaltete spitze Betondach und die Verwischung der Grenzen zwischen Innenraum und Vorplatz wecken Assoziationen an ein großes Zelt. Im Innern aber scheint der Hauptaltar im Zentrum eines weiten Marktplatzes zu stehen, den die Emporen wie fensterreiche Häuser umgeben.
 

Den größten Eindruck hinterlassen die großen, unglaublich farbintensiven Fenster, hier z.B. die Mystische Rose aus dem Pfingstfenster in der Eucharistiekapelle. Die mitsamt ihren unglaublich leuchtstarken Fenstern vom damals berühmtesten Kirchenbau-Architekten Dominikus Böhm konzipierte und durchgeführte Lösung überzeugt durch die Gegensätze von Nüchternheit, grauem Beton, Sachlichkeit und Licht. Der erste Eindruck von Beton außen und innen könnte einen fast erschlagen, doch wem sich die profane Bodensymbolik, die Plastizität der Formen und das Feuerwerk der bunten Fenster erchließt, wird diesen Mariendom mit keiner anderen mehr vergleichen können, es bleibt ein unvergessliches tiefes Erlebnis.