Lieblingstexte und Impulse

 

Umkehr und Hoffnung - im Geist der Ostkirche
 

(Vorbeter,-in)     Herr Jesus Christus, wahrer Gott,

du hast Petrus in seinen Tränen angesehen,

du bist beim Zöllner Zachäus eingekehrt,

du hast der Ehebrecherin und der öffentlichen Sünderin vergeben,

du hast Kranke geheilt, Dämonen ausgetrieben und Tote zum Leben erweckt,

du hast den Hungernden Brot gegeben und allen Menschen das Evangelium verkündet:

* Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner. (Alle wiederholen: * „Herr Jesus Christus ...“)

Mit dem Zöllner im Tempel bete ich:  * Gott, sei mir Sünder gnädig. (alle:  * „Gott, sei mir Sünder gnädig“)

Mit dem Blinden am Weg rufe ich:  * Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir.

Mit dem Aussätzigen bitte ich dich:  * Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde.

Mit dem sinkenden Petrus schreie ich:  * Rette mich, Herr, ich gehe zugrunde.

Mit dem reumütigen Schächer am Kreuz flehe ich dich an:  * Herr, gedenke meiner in deinem Reich.

Mit dem Apostel Thomas falle ich nieder vor dir und bekenne:  * Mein Herr und mein Gott.

 


Selige Elisabeth von Dijon - LebensweiheElisabeth von der Dreifaltigkeit


O mein Gott, Dreifaltigkeit, die ich anbete: Hilf mir, mich ganz zu vergessen, um in Dir zu wohnen, regungslos und friedvoll, so als weilte meine Seele bereits in der Ewigkeit. Nichts soll meinen Frieden stören können, nichts mich aus dir herausziehen können, o mein Unwandelbarer; vielmehr soll mich jede Minute weiter hineinführen in die Tiefe deines Geheimnisses.

Schenk Frieden meiner Seele, mach sie zu deinem Himmel, zu deiner geliebten Wohnung und zum Ort deiner Ruhe. Gib, dass ich dich dort nie allein lasse, sondern ganz da bin, wach in meinem Glauben, anbetend und ausgeliefert an dein schöpferisches Handeln.

O mein geliebter Christus, aus Liebe gekreuzigt, ich möchte Braut sein für dein Herz. Ich möchte dich mit Ehre überschütten und dich lieben,  ja aus Liebe sterben!


Aber ich fühle mein Unvermögen. Darum bitte ich dich: bekleide mich mit dir selbst, mach meine Seele eins mit allen Regungen deiner Seele, überflute mich, nimm mich in Besitz, tritt du an meine Stelle, damit mein Leben nur mehr ein Widerschein deines Lebens sei.  Komm in mich als Anbeter, Versöhner und Erlöster!

O ewiges Wort, Wort meines Gottes, ich will mein Leben damit verbringen, auf dich zu hören. Ich will offen und gelehrig sein, um alles von dir zu lernen.

Sodann will ich durch alle Nächte, alle Leere und alles Unvermögen hindurch immer den Blick auf dich richten und in deinem hellen Licht bleiben. O mein geliebter Stern, banne mich fest, damit ich nie mehr aus deinem Strahlenkreis herausfallen kann.


Elisabeth von DijonO verzehrendes Feuer, Geist der Liebe, komm über mich, damit in meiner Seele gleichsam eine neue Menschwerdung des Wortes geschehe: Möge ich ihm eine zusätzliche Menschheit sein, in der er sein ganzes Mysterium erneuern kann.  

Und du, o Vater, neige dich zu deinem armen, geringen Geschöpf herab, sieh in ihm nur den Vielgeliebten, an dem du dein Wohlgefallen hast.


O meine Dreifaltigkeit, mein Alles, meine Seligkeit, unendlich einer, Unermesslichkeit, in die ich mich verliere, ich liefere mich dir als Beute aus. Senke dich ganz in mich hinein, damit ich mich in dich versenke,
bis ich einst in deinem Licht zur Anschauung deiner unermesslichen Größe
und Erhabenheit gelange.


 

Elisabeth von Dijon (1880 - 2006) trat als junge Pianistin in den Karmelitenorden ein und reifte bis zu ihrem frühen Tod zu einer tiefen Mystikerin.  Ihr Gebet „Elevation à la Trinité” schrieb sie am Abend des 21. November 1904 in einem Zug als ihr Lebensbekenntnis nieder. Es zählt zu den schönsten Gebeten der christlichen Mystik.
 

In ihrem Lebenslauf und in ihrer früh erreichten Vollkommenheit gleicht sie wie eine geistliche Zwillingsschwester der bekannteren heiligen Theresia  von Lisieux ("Geschichte einer Seele"). Auch sie starb mit erst 24 Jahren (1897) und zählt durch ihr absolutes Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes und den "Kleinen alltäglichen Weg" des einfachen Menschenlebens zu den bekanntesten Heiligen.

 

 Vergiss es nie: du bist du!


Vergiss es nie: dass du lebst, war keine eigene Idee,
und dass du atmest, kein Entschluss von dir.

Vergiss es nie: dass du lebst, war eines anderen Idee,
und dass du atmest, sein Geschenk an dich.

Vergiss es nie: dein Gesicht hat niemand sonst auf dieser Welt,
und solche Augen hast alleine du.

Vergiss es nie: du bist reich, egal ob mit, ob ohne Geld,
denn du kannst leben.  Niemand lebt wie du!

Vergiss es nie: niemand denkt und fühlt und handelt so wie du,
und niemand lächelt so, wie du‘s grad tust.

Vergiss es nie: niemand sieht den Himmel ganz genau wie du,
und niemand hat je, was du weißt, gewusst.

Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur,
ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.
Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu.

Du bist du!

(Jürgen Werth)

Charakterköpfe Schachspieler
Du bist du: heisse Fotos "Charakterköpfe"

 

Patrick von Irland (+493), Morgengebet

1. Ich erhebe mich heute in gewaltiger Kraft, 
in Anrufung der heiligsten Dreifaltigkeit, 
im Glauben an die Dreiheit, 
im Bekenntnis der Einheit des Weltenschöpfer.

2. Ich erhebe mich heute kraft der Geburt Christi und seiner Taufe,
kraft seiner Kreuzigung und Grablegung,
kraft seiner Auferstehung und Himmelfahrt,
kraft seiner Wiederkunft zum Jüngsten Gericht.

3. Ich erhebe mich heute
verbunden mit der Liebe der Cherubim und der Stärke der Seraphim,
verbunden mit den Gebeten der Patriarchen
und den Weissagungen der Propheten,
verbunden mit dem Glauben der Märtyrer
und der Reinheit der heiligen Jungfrauen,
verbunden mit dem Bekennermut und den herrlichen Taten aller Heiligen.

4. Ich erhebe mich heute inmitten der Kräfte des Himmels und der Erde,
im Licht der Sonne und im Glanz des Mondes,
im Leuchten der Feuerglut und im Sprühen der Blitze,
im Brausen der Stürme und im Fluten der Meere.

5. Ich weihe mich heute Gottes mächtiger Führung und wachendem Auge,  
Gottes lauschendem Ohr und Gottes schützenden Händen,
Gottes verzeihendem Wort und Gottes leitender Weisheit,
Gottes offenen Wegen und Gottes bergendem Schild.

6. Er schütze mich heute vor jeder erbarmungslosen und grausamen Gewalt,
die meine Seele oder meinen Leib bedroht.
Er schütze mich heute vor den Einflüsterungen falscher Propheten.
Christus sei die Kraft, Christus sei mein Friede.

7. Christus sei mit mir und Christus sei in mir,
Christus sei vor mir und Christus sei hinter mir,
Christus sei unter mir und Christus sei über mir,
Christus zu Rechten und Christus zur Linken.

8. Christus sei, wo ich liege und Christus sei, wo ich stehe,
Christus sei wo ich sitze und Christus sei, wohin ich gehe,
Christus in der Tiefe und Christus in der Höhe, Christus in der Weite.

9. Er sei im Munde eines jeden, der von mir spricht,
er sei im Auge eines jeden, der auf mich sieht,
er sei im Ohr eines jeden, der auf mich hört,
Christus mein Herr, Christus mein Erlöser!
 

Bernhard von Clairvaux - Segensgebet

Geh, er sendet dich. -  
Lass das Haus hinter dir, das dir lieb geworden,  
das dir Ort war für Glauben, Zweifel, Anbetung,  
das dir Stein war, an den du gestoßen  bist,  
das dir Raum war, der dich kannte,  
Ort, der dich geborgen hat.

Bewahre im Herzen die Brüder, die du kennst,
die dich geliebt, geärgert, gesegnet haben,
die Heiligmäßigen und die mäßig Heiligen,
mit denen du viele Jahre Mann an Mann unter einem Dach geglaubt und gebetet,
gearbeitet und geschwitzt, gegessen und getrunken hast.

Lass hinter dir, was dich gefordert und getragen hat,
die bekannten Gesichter, oft allzu bekannt,
die Stimmen, die dich gestärkt und getröstet, die dich genervt und gelähmt haben.

Der Herr ruft dich neu. Geh weiter, er sendet dich.
Lass den Prägestock der vergangenen Jahre hinter dir,
der dir Kontur verliehen, Charakter, Einmaligkeit,
der Reichtum deines Lebens war, auch wenn es manchmal schwer fiel.

Nun wirst du neue Menschen prägen.
Grab dich auch in ihre Herzen wie in neuen Boden.
Bete und glaube, suche den Herrn, wo er sich finden lässt.

Und denk daran, wo immer du dich niederlässt:  ER IST SCHON DORT.
Der dich getragen, geprägt, geführt und befreit:  ER IST SCHON DORT.
Der dich in Ungeahntes, Neues führt:  ER IST SCHON DORT.


Segensworte des hl. Bernhard von Clairvaux für Brüder, die an einen neuen Ort hin aufbrachen. Zu seinen Lebzeiten wurden vom Abt Bernhard 67 neue große Klosteranlagen gegründet!

 


Ich nehme dreifache Zuflucht
 


Buddhistisch:

Ich nehme Zuflucht  
zu Buddha, dem vollkommenen Stifter,
zum Dharma, der reinen Lehre,
zur Sangha, der Tradition der Klöster und Mönche.
 


Christlich entsprechend:

Ich nehme Zuflucht  
zu Jesus Christus,
zum Evangelium,
zur Mutter Kirche
.

 

 

Wessobrunner Gebet (um 800)

Das erfragte ich unter den Menschen als gewaltigstes Wunder:

Als Erde nicht war noch hoher Himmel, noch Baum noch Berg nicht war,

noch Sonne nicht schien noch Stern, noch Mond nicht leuchtete, noch das mächtige Meer,

als nirgends nichts war aller Enden und Wenden:

da war der eine, allmächtige Gott, der Herren mildester; bei ihm viele Geister voll Herrlichkeit.

Doch eher als sie war der heilige Gott.

              

Allmächtiger Gott, der du Himmel und Erde geschaffen und den Menschen viel Gutes gegeben hast,

verleihe mir in deiner Huld  den rechten Glauben.

Gewähre mir Weisheit und Klugheit und Kraft, dem Verderber zu widerstehen,

das Böse zu meiden und deinen Willen zu vollbringen.