Begegnungen - berührt im Herzen

 

Glaube - Gott beugt sich zu mir
 

Begegnung heißt, dass ich jemanden gefunden habe, der mich trägt und der sich von mir tragen lässt (Beispiel Friedensgruß: meist drücken wir die andere Hand, richtig wäre tragen und tragen lassen). Die Sehnsucht nach Berührung und Ergänzung ist im Wesen des Menschen begründet. Das Evangelium ist eine Geschichte der Begegnungen zwischen Gott und den Menschen. Nicht Theorie, Politik oder Moral bewegten Jesus, sondern er bückte sich zum Kind, zum Kranken, zur Ehebrecherin herab und heilte durch die Begegnung. Gott kommt über Menschen zu uns – und wir kommen nur über Menschen zu ihm - Begegnung!

 

alte Liebe rostet nicht

Begegnung - verliebt und zeitlos geliebt
 

1.      Manche Menschen leben stark und friedlich aus einem ererbten Glauben heraus. Sie leben nach dem überzeugenden Vorbild ihrer Eltern, sie schöpfen Kraft aus der Tradition und bewährten Glaubensbildern. Sie stehen fest im Glauben und im Leben, auch in der Bewährung. Nicht nur Kinder fühlen sich in dieser Glaubensform wohl und geborgen. Für sie gilt, dass sie im Glauben vertrauen, aber nicht diskutieren müssen.
 

2.      Jugendliche erleben ihren Glauben in der Pubertät und später meist als direkte Beziehung zu Jesus bzw. religiösen Vorbildern. Jugendgebete sind fast immer Jesusgebete, Vorbilder und Erlebnisse sind wichtig. Nicht nur Jugendliche schwanken oft zwischen scheu und schwärmerisch, suchen Abstand oder bei Gelegenheit Begeisterung.
 

3.      Schwärmerisches Erleben findet sich oft auch in Bekehrungserlebnissen, Erweckungsbewegungen oder Gebetsgruppen. Wichtig ist das Gefühl: Gott, Jesus, Maria, Heilige sind immer da und führen mich. Es kann Übertreibungen, Enttäuschungen und Wundersucht geben, aber meist ist es doch ein Reifestadium zu einem tiefen, persönlichen Glauben („Geländer“).


Franziskus Vater und Mutter

Franziskus - Vater Bernardone - Mutter Pica
Heiliger - Geschäftsmann - Mutter: steile Begegnung!
Drei Menschen kämpfen für "gemeinsame Freiheit"  click intern

Links: Die Eltern von Franziskus - Mona Pica und Pietro Bernardone
Denkmal der Gemeinde Assisi vor der Chiesa Nuova

 

4.      Andere begegnen Gott eher als einem großen, auch dunklen Geheimnis. Sie sind offen für Sinnfragen und die tieferen Werte des Lebens, meist können sie sich für philosophische Fragen und andere Religionen begeistern. Gott aber ist eher verborgen da, manchmal blitzt er auf in einem Erlebnis oder tritt aus einem Bild oder einem Ereignis hervor. Auch Jesus gibt ihnen nicht Antwort auf alle Fragen, sondern bleibt oft ein mühsamer Freund. Wenn sie nicht verhärten oder verbittern, werden sie oft zu hoffenden Menschen mit viel Verständnis und Respekt vor den großen Mysterien des Lebens.

 

5.      Heute gibt es immer mehr Menschen, die Gott nicht ausschließen, aber auch nicht annehmen, denn sie sind ihm nie begegnet. Zu Unrecht weist man da nur auf eine materialistische, diesseitige Lebenseinstellung hin: mir fehlt nichts, ich brauche Gott nicht. Der Glaube in solchen Menschen ist vielmehr wie ein schlafendes Auge bei den Orchideen – wenn die Zeit kommt, erwachen sie. Gott ist langmütig, er kann warten!

 

Kompatibel heißt, dass verschiedene Programme miteinander verträglich sind und zusammen funktionieren.
Das gilt auch für die Lebens- und Glaubenserfahrungen verschiedener Menschen oder Lebensalter. Also leben und leben lassen, aber nicht gegenseitig predigen und einander bekehren wollen! Kein Lebensweg hat vor anderen einen Vorzug oder Nachteil, also Geduld!


 

 

Bildergebnis für Strand wellen

 

Wellen und Wogen


Nie werden die Wellen müde, den Strand zu netzen.
Langsam, die Jahrhunderte vergessend,
wäscht die Flut die Kiesel glatt.

Zärtliches, immerwährendes Spiel.
Steter Versuch, Land zu betreten,
Fuß zu fassen im Unbekannten.

Wer das könnte:
Mit leichtem Herzen fassen und lassen,
festhalten und wieder freigeben!
Niederlagen ohne Resignation ertragen,
Neuanfang ohne Verbitterung,
Kämpfen ohne Lärm, Siegen ohne Übermut.

Eine Hoffnung durchhalten, die zu Langmut befähigt,
zu Duldsamkeit, zur Milde und zum Lächeln.
Zärtlichkeit als Widerstand gegen das Unverrückbare,
das Festgefügte, das Verhärtete.

Zärtlichkeit als Antwort auf Zwänge und Bedrohungen.
Frei werden im liebevollen Umgang mit der Welt,
mit den Menschen.                        

(Unbekannter Verfasser)

 

Michelangelo - Gott erschafft den Menschen

Nicht nur am Anfang, sondern prinzipiell,
immer und überall, unter allen Umständen.
Gott und Mensch - ebenbürtig, auf Augenhöhe,
Begegnung statt aus dem Nichts erschaffen.

Das Spiel der Hände und Finger,
die Sprache von Angesicht zu Angesicht,
Gott und Mensch sind ganz Auge und Ohr.
 

 

Wie ich dir begegnen möchte:

Ich möchte dich lieben, ohne dich einzuengen;

dich wertschätzen, ohne dich zu bewerten;

dich ernst nehmen, ohne dich auf etwas festzulegen;

dich einladen, ohne Forderungen an dich zu stellen;

dich alles sagen, ohne dich zu belehren;

dir etwas schenken, ohne Erwartungen daran zu knüpfen;

dir meine Gefühle mitteilen, ohne dich dafür verantwortlich zu machen;

dir helfen, ohne dich zu beleidigen;

zu dir kommen, ohne mich dir aufzudrängen;

mich von dir verabschieden, ohne Wesentliches versäumt zu haben;

mich um dich kümmern, ohne dich verändern zu wollen;

mich an dir freuen, so wie du bist!

(Unbekannt)