Vom Mandala zum meditativen Ausmalbild

Mit guten Farbstiften ein Bild in A3 ausmalen - ein meditatives Hobby.

"Rad der Zeit" bedeutet: Fluss der Zeitzyklen im Sein und Leben, im Kosmos und im Herzen.

Ich habe es meditativ versucht, ohne Zeitdruck und Erfolgszwang, je zwei Stunden am Tag.

Farbe und Symbole, die Deutung des Bildes, der Anspruch einer fremden, aber sympathischen Religion.  

 

Mandala KalachachraMandala Kalachakra

"Das Rad der Zeit"

Gemalt: Bernhard Frei

 

Die Projektion eines dreidimensionalen Palastes auf eine Ebene, wie ein Grundriss - wir treten in den fünfstöckigen Tempel ein und begegnen vielen "Menschwerdungen" Buddhas. 

Nach den Weisungen des achtspeichigen Rades (Stufen) erreichen wir das Reine Land, die Vollendung. 

Samsara und Nirwana, Vorüberfließen der Zeit und Hoffnung auf Heil wird betrachtend im Malen erspürt.
 

Von außen erreichen wir durch vier Tore den Palast, über je 11 Stufen der innerlichen Vorbereitung. Die Tore entsprechen den vier Jahreszeiten sowie den vier Urelementen Wasser, Feuer, Erde und Luft. Die Verehrung des tantrischen Mandala ist dem christlichen Glaubensbekenntnis ähnlich. Farben und Formen von oben/unten und links/rechts ergänzen sich, erfüllen und umarmen sich. Durch Inschriften und Symbole wurden vor allem in den Klöstern die Mandala für die Verehrung der Gläubigen bereichert. 


In China und Japan füllen oft Zierschrift oder Blumen das Bild. Erst im Malen spürte ich die inneren Spannungen und gegenseitigen Umarmungen in diesem Blumenbild.

Unser japanisches Bild lebt von der Abstraktion der drei Raum-Dimensionen auf eine flache Ebene. Es ist alles ganz dicht beisammen, sozusagen ewig nun und da zu erleben.

Unten links ist es fröhlich, fast weihnachtlich, Tausend und eine Nacht, mit Lampions und Stern in der Nacht. Unten rechts droht Gefahr, Kampf und Angriff. Blau gegen Rot ist wie Kopf gegen Herz, brodelnder Verstand und ein reines Gefühl suchen sich vehement bzw. vorsichtig, kein Firlefanz kommt mit Werbung, keine Details. Dafür künden das zarte Weiß/Rot der Mandala Blüte sowie insgesamt das ganze Bild: es gilt und gewinnt das Leben.

Die Rosette in der Mitte wirkt innen geordnet, ruhig und klar für das Eine, Wahre, Gute, Schöne. Mit ausstrahlendem Zahlenspiel (4, 8, 32) wird alles im Bild zu einer Ordnung gruppiert, die zur Herzensmitte hinführt.

Oben links verspielt, sprudelnd belebt, explosiv aus dem Garten nach außen strahlend (rot für Feuer, blau für Wasser), das Innen und Außen der Natur, grün komplementär aus Himmelsblau und Gelbgold.

Verborgen links im Bild drohen drei noch nicht gestreute Unglückszellen wie Dreckskäfer oder Krebse mit Unheil, genauso ein Wurm und eine Schlange. Achtfach aber halten die je individuellen Radsymbole des Bildes stand.

Blätter und Samenkörner überall, edle Schönheit und eine Orgie von Farben, Formen und Düften. Ordnung komponiert den Moment wie die Beständigkeit der Blüte. Farben und Formen reihen sich aneinander oder ergänzen sich gegnerisch, umarmen sich zum Sinn des Ganzen.

 

 

Arianrhod - keltische Göttin - Mond und Träume

Keltische Sagenwelt: Arianrhot

Arianrhod, die keltische Mondgöttin (Wales), bedeutet "silbernes Rad" und herrscht über ein magisches Weltreich.

Sie verwandelt sich nachts in eine große silberne Eule, die das Leben der Sterblichen überwacht.
Es heißt, dass sie durch ihre großen Eulenaugen in die Tiefen der menschlichen Seele blicken kann.
Sie begleitet die Seelenwanderung zwischen sterbendem Mond und Neumondgeburt (Mondsicheln in den Ecken).

Eine schöne, sympthische Göttin heilt nachts durch die Träume - und dies ohne etwas von Sigmund Freud zu wissen!