Klosterbauten der Mönche - Fontenay


Benedikt von Nursia (+ 547 in Montecassino) gilt als Begründer des abendländischen Mönchtums. Er sammelte die zerstreut lebenden Einsiedler in einem Gemeinschaftskloster, leitete sie zur Beobachtung der evangelischen Räte Armut, Gehorsam und Keuschheit an und gab ihnen eine feste, weise Lebensregel.

"Bete und arbeite!" wurde zur Richtschnur des Lebens, das Lob Gottes im gemeinsam vollzogenen Chorgebet bekam den Vorrang. Kein Kloster und kein Mönch lebt für sich selbst, sondern nach einem Wort des Apostels Paulus "dienen und leben sie dem Herrn Jesus Christus" (Röm 14,8).
 

Großen Wert legte Benedikt auf die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit eines jeden Klosters - das drückt sich nicht nur in der wirtschaftlichen Autarkie aus, sondern auch in der Exemption (Freistellung) vom jeweiligen Bischof.

Benedikt legte auch die Grundlagen dafür, dass die Klöster zu Strahlungszentren für soziale, ökonomische und kulturelle Impulse wurden, die seither prägend für die Kirche und Kultur des Abendlandes wurden.
 

Höre, mein Sohn!
 (Anfang der Bedediktsregel)


Wie im Christentum und in jeder religiösen Bewegung allgemein, gab es auch bei den Mönchen immer wieder den Ruf: "Zurück zu den Quellen", also zum Evangelium und zur Regel des Ordensgründers. Besonders hart wurde dieser Neubeginn vom hl. Bernhard von Clairvaux (gest. 1153) vollzogen.

Als Beispiel für die ursprüngliche Einfachheit eines eigenständigen Mönchsklosters wird hier Fontenay (Burgund) dargestellt, das von ihm bereits im Jahr 1118 als Modellkloster gegründet wurde. In der Französischen Revolution 1791 starb das Kloster aus, wurde über 100 Jahre lang als Papierfabrik benutzt, dann aber 1906 von den wohlhabenden Brüdern Edouard und René Aynard gekauft und so mustergültig restauriert, dass es 1981 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.


 

   Vom hl. Bernhard entworfene Klosteranlage in Fontenay (Luftaufnahme heute)

Fontenay Bernhard von Clairvaux

Vorne rechts die Kirche, links anschließend das Klaustrum mit großen Trakt für Kapitelsaal,
Skriptorium und im 1. Stock Schlafsaal für alle Mönche.
Refektorium und Küche der Kirche gegenüber.

Vorne links der große Kräutergarten, links anschließend die Krankenstation,
links freistehend die wassergetriebene "Fabrik".
Links oben die Wirtschaftsräume sowie das kleine Pfortengebäude.

Bernhard von Clairvaux hat zu seinen Lebzeiten selber 68 (!) neue Klöster gegründet,
mit genauen Bauplänen und spirituellen Anweisungen.

Bernahrd vn ClairvauxGemeinsamer Schlafsaal in Fontenay
In diesem Schlafsaal wurden für etwa 200 Mönche durch niedrige Bretterwände einzelne Schlafstellen eingeteilt. Die Mönche schliefen auf Stroh mit selbst gewebten Decken. Durch eine Tür und über eine hohe Treppe gelangten die Mönche direkt die Kirche hinunter zum Gebet. Von der entgegensetzten Seite des Altrraumes führte in einfaches Tor zum Friedhof mit den Gräbern ohne Namen hinaus. Kann es ein eindrucksvolleres Bild von der zielführenden Strenge und Buße des Mönchslebens geben?

 

 

Kreuzgang und KlaustrumKreuzgang Fontainay

Bernhard von Clairvaux war durch seine unerbittliche "alternative" Armutsauffassung in schärfsten Gegensatz zur kunstfreudigen und lebensbejahenden Richtung von Cluny geraten. Deshalb waren in den neuen Reformklöstern der Zisterzienser weder Malereien noch Skulpturen erlaubt. Dafür aber bildete sich eine meisterhafte Bearbeitung des sichtbaren Mauersteines aus, die uns noch heute begeistert. Bernhard hat hier bereits die Armutsbewegung des kommenden Jahrhunderts vorweggenommen, die dann in die Orden der Bettelmönche mündete.

 


Ein "Skriptorium" im Kloster
war Bibliothek und Schreibraum zugleich,

mit Winterheizung versehen,
für sämtliche Bücher und Dokumente .
In diesem Raum wurden
kunstvolle Handschriften hergestellt -

Bindeglied zum alten mediterranen Kulturraum.

 

 


Ora et labora - Bete und arbeite!

550
Zur Abwechslung dieser Kapitelsaal in Erfurt (Augustinerkloster)
Martin Luther verbrachte seine Klosterausbildung in diesem strengen, hochstehenden Kloster

Im Kapitelsaal versammelten sich die Mönche täglich zu vorgetragender Lesung und Unterweisung.
Hier wurden ebenfalls alle wichtigen Anliegen besprochen und Entschlüsse gefasst.
Dem auf Lebenszeit gewählten Abt gegenüber herrschte strenger Gehorsam.

 

Benediktinerkloster Göttweig - Österreich


Dieses Vorzeigekloster mit seiner 1000jährigen Geschichte,
wunderschön hoch über der Wachau gelegen, schreibt in seiner Einladung:
"Viele erfahren die benediktinische Gastfreundschaft als 'Weite des Herzens',
in dem nicht nur Brave und Fromme Platz finden. So wird unser Kloster oft zu einem Ort
einer neuen Begegnung mit der Kirche und damit einer Gotteserfahrung.

 

Hinweis INTERNET:
Siehe auch sonst die überraschend schönen Klosterdarstellungen im Netz,
die zum Verweilen und Träumen einladen, als meditative Bauten in Substanz,
die auf zeitlose Hingabe und Treue von Menschen hinweisen.
z.b. der Klick auf Marienberg in Südtirol, ein kleines Kloster,
das höchste Kloster Europas auf 1335 m Meereshöhe.

 

Taktsang - Bhutan

Das Wort Taktshang ist tibetisch und heißt wörtlich übersetzt „Tigers Versteck“. Es liegt auf einer Höhe von 3120 Metern im Himalaya und ist nur in einem mehrstündigen Fußmarsch erreichbar. Die Klosteranlage ist ein oft abgebildetes, kulturelles Wahrzeichen des Königreichs Bhutann.

In einer Höhle soll hier angeblich Guru Padmasambhava im 8. Jahrhundert drei Jahre, drei Monate, drei Wochen, drei Tage und drei Stunden meditiert haben.

Padmasambhava, der den Ehrentitel Rinpoche trägt, hat den Buddhismus nach Bhutan gebracht. Für die spirituell anspruchsvollen asiatischen Religionen sind Klöster wirklich die Lungenflügel, mit denen Mönche und Nonnen atmen und das Herz des Volkes am Leben erhalten. Der ruhige Atem, den auch die Menschen im Westen immer mehr brauchen und schätzen.