Rosenkranz und Perlenschnur

Dhikr - Mantra - Koan

 
  Muslimische Gebetsschnur, 3 mal 33 Perlen

ISLAMIC TASBIH TASBEEH WORRY BEADS MASBAHA MUSLIM PRAY ...Der Muslim betet, um seinem Schöpfer dankbar zu sein. Dhikr (auch Zíkir ausgesprochen) bedeutet das Gedenken Gottes als Glaubens- und Gebetsform. Der Beter dankt für die Natur und die wegweisenden, trostspendenden Worte des Koran und den Propheten.

Tesbih heißt die Schnur mit 99 Perlen, um die im Koran genannten wunderbaren Namen Gottes auszusprechen. Den Kindern sagt man, dass Gott den hundertsten Namen nur den Kamelen offenbarte, weswegen diese so stolz auf die Menschen herabschauen.

Die Betenden kennen die Namen Allahs kaum in der Reihenfolge, meist beten sie mit großer Andacht bekannte Gebete oder Allahs Worte aus dem Koran. Gewohnheit, Andacht, mystische Versenkung - dieses einfache Gebet lässt alles zu. 

Der Islam kennt - wie alle Religionen - noch viele Pflichtgebete, gemeinsames Gebet, das fünfmalige Pflichtgebet im Tageslauf usw. Wie im Judentum, gibt es dabei auch genaue Vorschriften von der Körperhaltung bis zur eigentlichen Durchführung. Alle Gebete atmen sozusagen das Glaubenszeugnis der Muslime: 

Allahu akbar. Allah ist der Allergrößte.

 

MANTRA  -  Om mani padme hum


Die Mantra-Meditation führt zu innerem Frieden. Dabei wird ein Wort oder ein kurzer Grundsatz innerlich wiederholt und zum Klingen gebracht.

Besonders beliebt und bekannt ist das Sanskrit-Mantra vor allem im Buddhismus: OM MANI PADME HUM (in Tibet: OM MANI PEME HUNG). Es stärkt das Mitgefühl, das allen Lebewesen gegenüber empfunden werden soll: "O Kleinod in der Lotosblume", oder genauer "Om, Juwel im Lotos, hum."

Die Silbe Om (Amen?)  ist eigentlich nur in ihrem Klang verständlich und bedeutsam, sie ist ein Ausdruck für das grundlegende Mitgefühl mit allem Lebenden und Seienden. 

Ähnlich am Schluss die Verstärkung "hum", bejahend und befreiend. Mani/Juwel bedeutet Kostbarkeit, Padme/Lotos die Reinheit; es ist das Schönste und Beste, das Eine und Wahre. 

Das ruhige Wiederholen in der Meditation bewirkt, was es bedeutet: es befreit aus den Verwirrungen des Lebens und lässt in unserem Herzen Klarheit und Reinheit der Gedanken wachsen. 

Wie die Gebetsfahnen kann auch die Mala (buddhistische Gebetskette mit 108 Perlen) schon aus sich selber heraus Mitgefühl bewirken. Sie dient nicht nur zum meditativen Beten, sondern wird auch z.B. als wirksamer Halsschmuck getragen.


Mala - buddhistische Gebetskette, Tibet
 

 

 Koan:     Ein Koan ist meist ein Paradox oder etwas Unlogisches oder eine kleine Begebenheit, die zum Nachdenken anregen soll. Es kann auch als ein Rätsel verstanden werden. Koans können nie verstandesmäßig gelöst, sondern nur durch ein “Eintauchen” erfahren werden. 

Im japanischen Zen gibt der Meister dem Schüler ein Koan zum Meditieren für lange Zeit, z.B. 
          "Wenn man in beide Hände klatscht, entsteht ein Ton. 
           Wie ist der Ton beim Klatschen einer Hand?"

Wenn der Schüler sich ständig mit diesem Koan befasst (es ist sein Geheimnis!), kommt irgendwann ganz unerwartet die Lösung. D.h. dass er nun gut mit dieser "Lösung" leben kann. Ein Beispiel für die vielen Wege zum "Erwachen" in den fernöstlichen Religionen. Das geduldige Wiederholen des Koans bzw. des Mantra kann und soll es machen. 

Rosenkranzaltar von Überlingen

Künstlerfamilie Zürn, Südkapelle des St. Nikolausmünsters in Überlingen, 1631 bis 1640

 

Rosenkranz - TürkengefahrDas Bild oben zeigt, wie sehr in Zeiten der Not (Dreißigjähriger Krieg, Türkengefahr usw.) das Rosenkrangebet geschätzt wurde.

Es mag Situationen im Menschenleben geben, in denen ein meditatives Gebet wie der Rosenkranz schwierig ist. Bei gepflegtem Beten aber ist es das Lieblingsgebet vieler Menschen geworden, vor allem in Not und Krankheit, bei Prozessionen und Umgängen, für ältere Menschen.