Südtirol - Drei segensreiche Männer

Missionär Josef Freinademetz - Märtyrer Josef Mayr-Nusser - Segenspfarrer Heinrich Videsott
 


Kreuzkofel (3000 m Meereshöhe) und Wallfahrtsort Hl. Kreuz im Abteital

An diesem heiligen Berg in Badia (hier im Abendrot)
erwuchs den beiden großen Männern aus dem Tal
die Kraft, für Gott und die Menschen zu leben:
Josef Freinademetz und Heinrich Videsott.

 

Josef Freinademetz - Missionär in China (+1908)

Wer Badia (das Gadertal in Südtirol) kennt, hat sicher schon oft vom hl. Josef Freinademetz gehört. Er wurde am 15. April 1852 in St. Leonhard in Badia geboren und am 25. Juli 1875 zum Priester der Diözese Brixen bestellt. Nach zwei Jahren als Seelsorger in Badia verließ er das geliebte Gadertal und ging nach Steyl/Holland, um sich auf die Mission vorzubereiten. Er wurde dann mit dem späteren Bischof Anzer für die Chinamission bestimmt. 1879 erreichten sie per Schiff Süd-Shantung, wo man unter 12 Millionen Einwohnern genau 158 getaufte Christen zählte.

 


Die ersten Steyler Chinamissionare, Foto 1879
Johann Baptist Anzer (Bischof) und Josef Freinademetz


Vom ersten Tag an widmete er sich bis zu seinem Tod dem chinesischen Volk. Er ließ sich nie durch die großen Schwierigkeiten einschüchtern; auch die Verfolgung vieler chinesischer Christen konnte ihn nicht aufhalten. Während seiner Missionszeit schrieb Josef Freinademetz zahlreiche Briefe an seine Familie und Freunde und Wohltäter. Er schrieb darin, wie sehr er noch an seiner Heimat hänge und dass er Gott für die ihm zugewiesene Aufgabe danke. Aber der damals verengte Grundsatz der Theologie wurde ihm zum Verhängnis: "Außerhalb der Katholischen Kirche gibt es kein Heil."

Geburtshaus in Oies, Gadertal (Südtirol)

Alle seine Briefe bezeugen die Angst, zusehen zu müssen, wie die Seelen seiner Gemeinschaft und seiner Geliebten verloren gingen. Diese bedrückende Angst hat ihn dazu veranlasst, ständig zu beten, pausenlos zu arbeiten und immer wieder die Mitglieder seiner Glaubensgemeinschaft zu besuchen, um ihnen das Wort Gottes zu verkünden. 

Je reifer er wurde, umso mehr schätzte er seine Chinesen - auch im Himmel, schreibt er einmal, möchte er ein Chinese unter Chinesen sein. Sogar als er im Boxeraufstand fast zu Tode geprügelt wurde, blieb er ruhig und erhaben und sagte zu dem mit ihm misshandelten Freund: Heute haben wir aber die Aufmerksamkeit der ganzen Stadt genossen, so was! All jene, die ihn gekannt haben, sprechen von ihm als der Verkörperung des Guten. 

Josef Freinademetz starb im Alter von 52 Jahren, am 28. Januar 1908, an den Folgen einer schweren Krankheit (Thyphus). Sofort wurde er vom Volk in China wie in seiner Heimat und darüber hinaus als Missionar und Menschenfreund gefeiert, in dem sich die Heiligkeit Gottes gezeigt hat.

Nach seinem Tod fand man im Nachlass auf einem abgegriffenen Reispapier einen von ihm eigenhändig geschriebenen Hymnus auf das Herz Jesu und das allerheiligste Altarsakrament. Dieser Hymnus gehört heute zum weltweiten Gebetsschatz der Katholischen Kirche.

       "Heiliges, liebenswürdiges Herz Jesu, ich lobe und liebe Dich aus ganzem Herzen. Allerheiligstes Sakrament, geistiges Brot meiner Seele, herzlich bete ich Dich an, ohne Unter­lass. Nur Dich liebe ich, heiligstes Herz Jesu. Nur Dich liebe ich, heiligstes Sakrament.

      Bin ich auch elend und arm: wenn ich Dein heiliges, liebens­würdiges Herz besitze, bin ich reich. Bin ich auch krank: ich kenne die Wunderarznei und eile zum allerheiligs­ten Sakrament."

     Den ganzen Hymnus erreichen sie  hier.

 

 

Keinen Eid auf diesen Führer:

Seliger Josef Mayr-Nusser, Märtyrer (+ 1945)

Hildegard (Straub) und Josef Mayr-Nusser
mit ihrem Sohn Albert (* 1943)

Josef entstammte der Familie Mayr-Nusser in Rentsch (Weinbauer) und wurde beruflich als kaufmännischer Angestellter tätig. Er war auffallend rührig in der Jugendarbeit und wurde 1934 der erste Diözesanjugendführer der Katholischen Jugend (deutscher Anteil der Diözese Trient). Außerdem gründete er am Bozner Boden eine Vinzenzkonferenz für die soziale Tätigkeit unter Verarmten und Bedürftigen. 

In die glückliche Zeit der jungen Familie traf ihn im September 1944 (unrechtmäßig als Italiener!) die Einberufung zur Waffen-SS. Auf die Wehrmacht hätte er den Waffeneid abgelegt, aber nicht auf die SS, weil dieser Adolf Hitler direkt als Bezugsperson enthielt. 

Nun kam es, wie es damals kommen musste. Nach der Weigerung von Josef Mayr-Nusser, Adolf Hitler "Gehorsam bis in den Tod" zu schwören, wurde er in Gefangenschaft gehalten. Die Verhöre und unmenschlichen Gefängnismethoden schwächten den gesunden, naturerprobten jungen Mann, so dass er auf dem Weg zur "Hinrichtung wegen Zersetzens der Wehrmacht durch Erschießen in Dachau" in einem Viehwaggon unterwegs bei Erlangen nach Aussagen von Zeugen gottergeben starb.

 

„Ich schwöre Dir, Adolf Hitler, als Führer und Kanzler des Deutschen Reiches Treue und Tapferkeit. Wir geloben Dir und den von Dir bestimmten Vorgesetzten Gehorsam bis in den Tod. So wahr mir Gott helfe!“

Konitz, 4. Oktober 1944, Vorabend der Vereidigung.

Mit der Hilfe Gottes, des Gottes, der aus Liebe Mensch geworden ist, geboren in einem Stall am Rande der Geschichte, als Sohn jüdischer Eltern…. Mit der Hilfe Gottes soll Josef nun auf Hitler einen Eid leisten?

Josef Mayr-Nusser steht auf, unterbricht den Unteroffizier in seinen Ausführungen und bittet um die Erlaubnis sprechen zu dürfen. Nein, er kann und will diesen Eid nicht leisten.

Weil sich Josef Mayr-Nusser geweigert hat, Hitler die Treue zu schwören, wird er gefangen genommen und verhört. Er stirbt, von Hunger und Krankheit gezeichnet, am 24. Februar 1945 in einem Viehwagon im Bahnhof von Erlangen.

Dieser Wagon hätte ihn zur Erschießung ins Lager nach Dachau bringen sollen. Er war wirklich zum „Gehorsam bis in den Tod“ bereit. Nicht gegenüber Hitler, aber gegenüber seinem Gewissen als Mensch und Christ.

Dieses „Nein“ sprach er für alle anderen, damit sich die Dinge ändern.

Sein „Nein“ ist  ein „Ja“ für die Wahrheit und das Leben. Eine freie, bewusste Tat von Treue und Mut.


Josef Mayr-Nusser an einen Kameraden (Neuhauser - Bruneck) gleich nach der Verweigerung des Eides:

"Wenn nie jemand den Mut aufbringt, ihnen zu sagen,
dass er mit ihren nationalsozialistischen Anschauungen nicht einverstanden ist,
dann wird es nicht anders."

 


„Herzliebste Hildegard!

Ganz besonders hat mich an deinem Brief innigst gefreut, was du über unsere Liebe schreibst. Ja, sie war wirklich die erste Liebe und tief und echt! 

Und weil ich dich kenne und weiß, was uns zutiefst und vor allem aneinander kettet, deshalb bin ich überzeugt, dass diese Liebe auch die schwere Belastungsprobe bestehen wird, die der Schritt für sie bedeutet, den mich mein Gewissen tun hieß! 

Hildegard, liebste, beste Frau, sei stark! Gott wird dich und mich nicht verlassen!“ 
 

(Brief aus der Haft in Konitz, 12.11.1944)

 

 

 

 

 
 

Der Segenspfarrer von Wengen:

Pfarrer Heinrich Videsott (+ 1999)

Videsott - Pfarrer Heinrich


Pfarrer Heinrich Videsott, Wengen (Südtirol)
Diener Gottes (Seligsprechung erwartet), 1912-1999
Information:  klick

Pfarrer Heinrich Videsott wurde am 3. Juli 1912 in Montal/St.Lorenzen (Südtirol) geboren. 

Nach seiner Priesterweihe 1937 in Brixen diente er in verschiedenen Pfarreien der Diözese Brixen und wurde schließlich nach Wengen im Gadertal berufen. Dort wirkte er 35 Jahre lang segensreich
und verstarb gottergeben am 9. Dezember 1999.


Pfarrer Videsott fiel besonders durch seine geistige Ausstrahlung, seine tiefe Frömmigkeit und große Barmherzigkeit auf. Er zeigte eine unbegrenzte Hilfsbereitschaft und war Botschafter der Güte und Liebe Gottes. Er war sehr hilfsbereit, besuchte gerne die Kranken, als gesuchter Beichtvater und Seelenführer waren das Pfarrhaus (und sein altes Telefon!) immer bereit. Vor allem wurde sein "kräftiger Segen" Trost als Trost und Wunderkraft erbeten.

Dank dieser Tugenden wurde ihm eine immer größer werdende, andächtige Verehrung entgegengebracht. Nach seinem Tod breitete sich diese Verehrung in bemerkenswerter Weise aus; davon zeugen die unzähligen Besuche an seinem Grab im Friedhof von Wengen.

 

Der kräftige Segen - zahlreich erbitten ihn die Gläubigen

Hier original die Worte, die der Segenspfarrer von Wengen unzählige Male dabei gesprochen hat
 

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. 

Auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria
und deiner heiligen Schutzpatrone,
     des heiligen Antonius von Padua,
     des heiligen Pfarrers von Ars,
     des heiligen Josef Freinademetz,
komme der Segen des allmächtigen Gottes auf dich und deine Familie herab,
und die Gaben des Heiligen Geistes mögen tief in dein Herz dringen.

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Der allmächtige Gott schütze dich vor allem Bösen an Leib und Seele,
vor Unfällen auf der Straße und am Arbeitsplatz.

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

In deinem Herzen entzünde sich das Feuer der göttlichen Liebe
und sei zum Ruhm Gottes ständig in dir lebendig.
Gott erhalte dir deinen Glauben, und der Friede herrsche
in dir und in deiner Familie zur Heiligung deiner Seele

Der Segen des allmächtigen Gottes,
des + Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
komme auf dich herab und bleibe bei dir allezeit. Amen. 

 

Litanei zu Heinrich Videsott

V/A      (Wir antworten)  Bitte für uns!

Pfarrer Heinrich, du warst stark im Glauben.   (Alle: Bitte für uns!)

Felsenfest in deinem Gottvertrauen.

Entschieden in deinen Grundsätzen.

Demütig und deiner Schwächen bewusst

Treu in deiner Berufung.

Unermüdlich im Gebet.

Grenzenlos in der Liebe zum Nächsten.

Väterlich und immer freundlich.

Einfühlsam und voll treuer Sorge.

Würdevoll und besonnen.

Bescheiden und demütig.

Hilfsbereit und gütig.

Barmherzig und bereit zu jedem Opfer.
 

Pfarrer Heinrich Videsott
ist bekannt durch seine 
gelebte Seelsorge und Segenskraft: 

 

*  Eine ausstrahlende Väterlichkeit; 

*  Gebet, Wahrhaftigkeit und Treue;

*  Opfer bringen und Kreuz tragen in der Nachfolge Jesu;

*  Festigkeit in seinen Grundsätzen;

*  Barmherzigkeit, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Menschenliebe;

*  Einfachheit, franziskanische Armut, Bescheidenheit.

*  Beichte als Heilung seelischer Wunden, Segenskraft.


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zu Heinrich Videsott und Josef Freinademetz.

Keinen Eid auf diesen Führer:

Diener Gottes Josef Mayr-Nusser