Ende der Welt - Szenarios


Apokalypse – ohne Gottes Finger dazwischen

 

"Gott hat die Welt erschaffen" – aber wir haben nicht seine Augen, um das so zu sehen. Wir sehen es mit den Augen der Menschen. Mit den Augen der Bibel vor über 6000 Jahren, in sechs Tagen – und am siebten Tag ruhte Gott, weil alles so gut war.

Mit den Augen der Astrophysiker entstand der Kosmos vor 13,82 Milliarden Jahren. Im Urknall entstanden Raum und Zeit sowie Materie (austauschbar als Energie). Berühmt wurde eine Rede von Papst Pius XII. mit seiner Deutung: „Das war wohl der Schöpfungsakt Gottes“. Die Kosmologen heute sehen das anders: Eine Entstehung des Kosmos rein aus naturgesetzlichen Bedingungen ist möglich und wohl auch in unserem Fall wahrscheinlich.

Ein Ende der Welt wird nicht erst durch einen Spezialeingriff Gottes geschehen. Also nicht durch ein Jüngstes Gericht, auch nicht durch Platzzuweisung in Himmel oder Hölle. Die Apokalypse der Erde ist vielmehr natürlich vorgesehen, alles Geschaffene hat einen natürlichen Anfang und ein natürliches Ende.
 

Irischer Friedhof Clonmacnoise
Clonmacnoise - Friedhof in frühchristlichem Kloster in Irland

Friede - Ruhe - Licht  (requiem aeternam - lux perpetua - in pace)

 

Für die Erde ist das Ende des Lebens durch den Hitzetod schon in etwa 500 Millionen Jahren sicher. Durch natürliche Prozesse innerhalb der Sonne erhitzt sich dann das Klima auf der Erde. Die Temperaturen steigen dann im Mittel auf über 50 % Celsius, dann kann Leben nur mehr innerhalb tiefer Felsenhöhlen und auf dem Meeresgrund existieren. Wenn aber auch die Meere verdunsten und um den Äquator herum die Gesteinsschichten zu Lava schmelzen, endet die Phase des menschlichen Lebens auf diesem Planeten.

Und vergessen wir nie – der Mensch selber könnte schon vorher die Erde zerstören. Z.B. Overkill – 1000 kg Trinitrotoluol Sprengstoff für jedes „menschliche Objekt“ gibt es heute, auch noch nach der Abrüstung seit 1990. Sind wir wirklich vor Idioten oder Verbrechern an der Zündschnur von Atombomben sicher, auch noch für Jahrmillionen? Es gibt auch noch die Tatsache der menschlich verursachten Klimaerwärmung, die Gefahr biologischer Katastrophen, die Gefahr von Weltkriegen und Hungersnot-Migration ganzer Völker und Erdteile…

Es gibt auch kosmisch sichere Szenarien für das Weltende, z.B. den langsamen Zusammenstoß unserer Milchstraße mit der Galaxie Andromeda in etwa 3,5 Milliarden Jahren. Oder in 5 Milliarden Jahren wird die Sonne riesengroß aufgebläht, verschluckt die drei inneren Planeten (Merkur, Venus, Erde), endet dann als Weißer Zwerg – und aus ihrem Staub werden einmal neue Sterne geboren.

 

 

Leben auf anderen Planeten?
Tausendfach gewiss - aber es hilft uns nichts!

 

Die Milchstraße hat 300 Milliarden Sonnen, meist mit Planeten, davon sicher unzählige in habitabler Zone und der Erde vergleichbar. Solcher Galaxien gibt es aber nach realistischen beobachtbaren Schätzungen insgesamt 130 Milliarden! Wenn sich auf diesen unzähligen Planeten Lebensbedingungen über etwa 2 bis 4 Milliarden Jahre vorfinden wie auf unserer Erde, entwickelt sich naturgemäß Leben, da braucht es keinen speziellen Schöpfungsakt Gottes mehr. Solches Leben wird sicher ganz anders sein, aber biologisch lebendig in wunderbarer Evoltion, mit Seele und Geist bereichert und zu unglaublicher Kreativität und Sozialisation fähig. Daran kann wohl kein Zweifel bestehen.

Doch was bedeutet das für uns Menschen? Nichts! Denn wenn wir auch einmal etwas erfahren und wissen können, eine Begegnung ist unmöglich. Die Distanzen im Weltall sind einfach zu groß.

Schon der nach der Sonne nächste Stern Proxima Centauri (mit einem habitablen Planeten!) ist mehr als vier Lichtjahre von uns entfernt. Selbst Licht benötigt also vier Jahre, um diese Strecke zu überbrücken. Die schnellste SMS braucht also acht Jahre hin und zurück! Raumschiffe werden aber niemals die Geschwindigkeit des Lichts auch nur annähernd erreichen, weil der Energieaufwand dafür nach Einsteins Relativitätstheorie unendlich groß werden würde. Ein Raumschiff mit einem Tausendstel Lichtgeschwindigkeit (also 300 km/sec – das bisher schnellste Raumschiffgeschwindigkeit "Pluto-Sonde" fuhr mit 16 km/sec) würde hin und zurück über 8.000 Jahre brauchen – alle Träume sind da ausgeträumt! Denn vergessen wir nicht: wir sind da ja noch immer innerhalb unserer Milschstraße, die von einem Ende bis zum anderen ganze 100.000 Lichtjahre groß ist.


Leben auf Exoplaneten - Trappist-1

Als die "Sieben Schwestern der Erde" wurden die Exoplaneten des roten Zwergsterns Trappist-1 bekannt. Von der NASA am 22.02.2017 geheimnisvoll verkündet, von den Massenmedien emporgejubelt, von Fachleuten eher kühl wahrgenommen.

Die Planetenbahnen sind eng beisammen, lediglich drei mittlere Planeten liegen in habitabler Zone. Die Rotation ist an die kühle, kleine Sonne gebunden, also zeigt immer dieselbe Halbkugel hin zum Hauptstern (wie beim Mond um die Erde). Spuren von einfachstem Leben wären höchstens innnerhalb der immer gleichbleibenden Tag-Nacht-Grenzen möglich. Sonst herrschen ja entweder ständige sengende Hitze oder eisige Kälte mit einem entsprechend turbulenten Augleichs-Klima.

Die Entfernung des Planetensystems Trappist-1 wäre lediglich 40 Lichtjahre - aber schon ein Funkspruch Erde-Trappist-Erde wäre 80 Jahre unterwegs. Die bisher schnellste Raumsonde brauchte für Hin und Zurück sogar 800.000 Erdenjahre!

Wir Menschen werden niemals außerirdischen Wesen begegnen!

 

Auch der Kosmos insgesamt ist nicht ewig


Es gibt verschiedene Endszenarien. Das Weltall wird sich immer schneller ausbreiten und in Kälte und Nichts enden, oder vielleicht zieht es sich wieder zusammen zu einem neuen Urknall. Oder es gibt jetzt schon unzählige Welten simultan, ein Multiversum - das unsere wäre nur eines von unendlich vielen. Die wissenschaftliche Kosmologie kann hier noch viele Erkenntnisse bringen.

Eines wird immer deutlicher und könnte mit Wehmut und Angst erfüllen: der Mensch ist nicht der Mittelpunkt der Welt. 60 % der gebildeten Menschen stellen sich immer noch die Sonne als Mittelpunkt des Kosmos vor, nach 500 Jahren seit Kopernikus wohl wissend, dass sich die Erde um die Sonne dreht (eigentlich drehen sich beide laut Gravitationsgesetz umeinander!). Aber auch das Sonnensystem ist verloren in den Weiten des Kosmos, z.B. umkreist es das Zentrum des Milchstraßensystems in einem Abstand von 25.000 bis 28.000 Lichtjahren mit einer Geschwindigkeit von 270 km/sec und braucht für eine einzige Umrundung etwa 240 Millionen Jahre. Da wird wohl jeder Mensch klein wie eine Ameise im Wald, die sicher nicht von Wolkenkratzern und Weltraumraketen träumen kann und will.

 

Herr, unser Herr, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde.
Du hast deine Hoheit gebreitet über den ganzen Himmel.

Sehe ich den Himmel, die Werke deiner Finger,
Mond und Sterne, die du befestigt:
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über die Werke deiner Hände.
Herr, unser Herr, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!


Aus Psalm 8 - seit zweieinhalb Jahrtausenden gesungen und gebetet