Francisco de Goya - Madrid am 3. Mai 1808

 

Goya - Erschießungen Madrid 1808
Francisco de Goya - Erschießungen (Napoleon 1808)

 

Ein großes Bild (266 mal 345 cm!) Bild, das sich unauslöschlich einprägt: der Augenblick vor einer Erschießung! Acht Soldaten haben ihre Gewehre mit Bajonetten auf eine Lichtgestalt gerichtet, im nächsten Augenblick wird es krachen und rauchen und ein Opfer stürzt zerfetzt zur Erde. Vor Entsetzen die Augen mit den Händen verdeckt, weinende und betende Frauen im Hintergrund, das blanke Entsetzen aber am Boden - im Blut ein Haufen Leichen! Aus dieser Hölle ersteht weiß und mutig der Held, wie Christus aus dem Grabe auferstehend zu Ruhm und Ehre.

Die Soldaten haben kein Gesicht, sie bilden nach hinten eine Mauer und nichts steht dahinter! Den wehrlosen Bürgern auch schon im Kampf technisch überlegen, mit angelegtem Gewehr, Soldatenmantel und hohen Filztschako auf dem Kopf die französischen Feldsoldaten. Eine von Mördern bediente Tötungsmaschine! Die Opfer des Aufstandes sind nicht gefesselt, die Soldaten stehen viel zu nah, es ist keine Fotografie, sondern ein Bild, eine Interpretation.

Die Opfer haben alle ihr eigenes Gesicht, sie sind mitten aus dem Leben gerissen, sie haben Familie und ein Daheim, doch jetzt gibt es nur Trauer und ein "Heldentum" erst in Zukunft. Im Hintergrund weinen die wahren Opfer und Helden, die zurückbleibenden Frauen! Im zweiten Augenblick erregend: die Nähe von Opfer und Täter! Begegnung auf Augenhöhe! So war und ist es immer, gestern, heute, morgen wieder ... wie lange noch?

Eine große Laterne beleuchtet die Szene, aber mehr Licht strahlt aus der Lichtgestalt des Anführers. Wie in einem Kreis spielt sich die Katastrophe ab, die Tragödie, der schamlose Akt. Die leuchtende Märtyrergestalt erinnert (bewusst!) an Christus, die Wundmale an den Händen, die Haltung der Arme (links zur Kirche hin), die Arme "hängend am Kreuz". Eine Heiligsprechung von Seiten des Malers, heilig der Souverän, das Volk!

 

 

Todesmaschine Krieg Goya Madrid
Todesmaschine Krieg - eine von Mördern bediente Vernichtungswalze

 

Entwicklung der Menschheit:

 

Kain und Abel
         
  Seit Kain und Abel -
  vom Krieg zum Terror!
 
 
 

 

 


 

 

 

 IS Hinrichtungen

 

 

 

 

 

 

Vom Totschlagen zum Morden -
vom Erschießen zum Halsabschneiden!


 

 

Der gute Kamerad



Ich hatt’ einen Kameraden,
Einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,
Er ging an meiner Seite
In gleichem Schritt und Tritt.

Eine Kugel kam geflogen,
Gilt’s mir oder gilt es dir?
Ihn hat es weggerissen,
Er liegt mir vor den Füßen,
Als wär’s ein Stück von mir.

Will mir die Hand noch reichen,
Derweil ich eben lad.
Kann dir die Hand nicht geben,
Bleib du im ew’gen Leben
Mein guter Kamerad!

Ludwig Uhland 1809 - Anlass:
Tiroler Aufstand gegen Napoleon & Bayern
Andreas Hofer
Andreas Hofer, erschossen 1810
(auf Anordnung von Napoleon)

 

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Albin Egger-Lienz

 

Albin Egger-Lienz (geb. 1868 in Dölsach bei Lienz, gest. 1926 in St. Justina ober Bozen) war ein Südtiroler Maler des Alltags der einfachen Bevölkerung, ein Historien- und Kriegsmaler des 1. Weltkrieges, eine prophetische Persönlichkeit gegen den Wahnsinnd der Kriege.

Existenzielle Fragen zu Leben und Tod ziehen sich durch das gesamte Schaffen sein Leben. Seine Kriegsbilder gelten gerade heute als eindringliche Mahnmale gegen die Gräuel von Kampf und Gewalt.
 

 

Totentanz Albin Egger-Lienz
 Totentanz - Kampf Tirols 1809 gegen Napoleon
 

 

Albin Egger-Lienz
Den Namenlosen - Kriegsjahr 1914