Constantin Brancusi - Schlummernde Muse

 

Brancusi Schlummernde Muse

Schlummernde Muse, Werkserie von 1910, Hochpolierte Bronze, das Gesicht natürliche Größe       

 

Meditativ entrückt


In ihrer ausgleichenden Form hat die Plastik etwas sehr Beruhigendes. Einige Merkmale deuten auf einen menschlichen Kopf hin: Eine Nase ist zu erkennen, ein Mund, der Ansatz einer Frisur.

Aber alles ist auf das Äußerste reduziert. Von den Augen ist nur eine Andeutung zu sehen, nichts von den Ohren. Wie im Schlaf nimmt der Kopf nicht wahr, was um ihn herum geschieht. Es ist, als ob er in sich selbst hinein-schaut und hört.

Wenn man genau hinschaut, beeindruckt der langgezogene Nasenrücken, der sich in die Augenbrauen fortsetzt. Die Eleganz der Darstellung verleihen der Figur "Schlummernde Muse" die Züge eines weiblichen Gesichts.

Wir können die Skulptur erleben als beruhigend, erhebend, positiv und lebendig, vor allem nach innen schauend und meditativ, in höchste und reinste Kontemplation versunken.

Meditation – innere Einstellung

 

Setze dich gerade, nichts soll dich von außen stören. 

Schließe deine Augen soweit, dass du dich gerade noch am Bild/Text festhalten kannst. 

Bewege dich kaum, schließe die Augen, sobald du das Bild innen in dir siehst.

Sprich die Muse direkt an und lasse dich dann von ihr führen. 

Gib ihr einen Namen, z.B. "Ich höre Musik", oder "Hilfe - ich bin verliebt!" - Was wird sie träumen? 

Beginne mit allen deinen Sinnen, dann löse dich Schritt für Schritt davon und sei ganz bei dir.

Wichtig: Tiefe Atempausen, sich Zeit lassen: „Was macht das Bild mit mir?“

Mit der Zeit sich vom Text lösen, die Augen schließen.

Schau nicht auf die Uhr, sondern verlass Dich ganz auf die Dauer, die Du immer besser spüren wirst.

Freue dich auf die Meditation wie der Raucher auf die Zigarette. 

Die innere Loslösung und Ruhe möge Dir hilfreich sein.

 

18 Minuten Meditation - Protokoll

 

Du -, schlafende Muse, du bist gesammelt, ganz in dich versunken, die Augen geschlossen und die Lippen weich aufeinander liegend, keine Ohren mehr für Lärm und Geschwätz. Kein Augenflimmern mehr und kein Zucken unruhiger Gedanken, es ist alles still geworden, regungslos und friedfertig.

Dein Leuchten aus dem Inneren heraus kommt von deiner Lebendigkeit. Du bist daheim in dir, nichts mehr stört dich, denn nichts ist jetzt wichtiger als du selbst.

So wie dein Kopf da liegt, lädt er mich ein, meinen dazu zu legen, in dein Wesen einzugehen. Ich bin ganz bei dir, in deinem dunklen Nichts und in deinem hellen Frieden. Schlummernd erlebe ich den einen Augenblick, lang gezogen und doch nichts, ewig.

Ruhe - damit kommt der Friede, das Dunkel wird licht und warm, mein Leib und mein Geist sind locker, schwer und warm. Ich entschwinde mir selbst, ewig, gottvoll, weit.

Ein Traum wird geboren, wenn du, Muse, in mir erwachst. Ich bin bereit, ganz offen, stark in meiner Schwäche. Es ruft nach mehr, nochmals - es liegt wieder in meiner Hand.